Am Neujahrsmorgen auf den Hund gekommen

Die Silvesterparty war schön und ging bis weit nach Mitternacht. Heute früh werde ich mich an den Futterstellen beeilen und machen, dass ich schnell wieder ins Bett komme. So dachte unsere Kollegin und machte sich am Neujahrsmorgen müde auf den Weg zu unseren Streunerkatzen. Doch weit gefehlt.

Als sie an die zweite Futterstelle kam, sah sie einen Hund, der mit dem Schwanz wedelnd auf sie zukam. Er schien sich zu freuen, dass endlich ein Mensch an diese für Fußgänger abgelegene Stelle kam. „Ja sag mal, wo kommst du denn her“? Die Kollegin staunte nicht schlecht und hielt erst mal Ausschau nach dem Besitzer. Weit und breit kein Mensch in Sicht. „Was soll ich mit dir denn jetzt bloß machen“. Der Kleine wich nicht mehr von ihrer Seite. „So, jetzt versorgen wir die Futterstelle und dann ab mit dir ins Auto. Auf geht’s“.

Sichtlich erleichtert sprang der kleine Jack Russell in ihr Auto und rollte sich sogleich ein.

Zuhause angekommen hielten wir ihm das Transponder-Lesegerät übers Haupt. Er war gechipt. Die Hoffnung, doch schon gleich wieder in Bett zu kommen, stieg. Der Anruf bei TASSO brachte die Ernüchterung, denn leider war er nicht im Haustierregister gemeldet.

Der kleine Hund, der wohl so schreckliche Angst beim Feuerwerk erlitten hatte und vermutlich die ganze Nacht unterwegs war, schlief derweil erschöpft auf dem Sofa ein.

Für uns ging die Suche nun im Internet weiter. Inzwischen war es nach 14.00 Uhr als wir bei Facebook die Suchanzeige entdeckten. Leider stand keine Telefon-Nummer dabei. Wir sendeten die Nachricht, dass der vermisste Hund bei der Katzenhilfe Bramsche in Obhut ist und wieder nach Hause möchte.

Gegen 16.00 Uhr rief uns der Hundebesitzer an. Meine Kollegin machte sich mit dem kleinen Kerlchen auf den Weg von Bramsche nach Neuenkirchen. Sie wollte sehen, wo er hingehört.

Um 17.00 Uhr schrieb sie: „Nelli ist wieder glücklich zu Hause. Die ganze Familie hat schon draußen auf sie gewartet und sich gefreut: Oma, Opa, Frauchen, Herrchen, 2 Kinder und ein Schäferhund“.

Nelli war tatsächlich um Mitternacht bei der Silvesterknallerei unbemerkt weggelaufen. Sie war die ganze Nacht unterwegs und hat dabei über 5 Kilometer zurückgelegt.

Sie hatte Glück im Unglück, weil sie der ehrenamtlichen Mitarbeiterin der Katzenhilfe begegnet ist.

Jetzt wird sich Nelli wohl erstmal ausschlafen und unsere Kollegin hat sich für diesen Tag auch gleich mit abgemeldet.

NS. In diesem Zusammenhang bitten wir Sie nochmals eindringlich:

Lassen Sie Ihr Tier kennzeichnen und melden Sie es kostenlos bei TASSO im Haustierregister.

Wir bekommen auch immer wieder kastrierte und sogar gechipte Fundkatzen in unsere Pflegestellen, die wir leider nicht zurückvermitteln können, weil sie nicht registriert sind.

Am Ende müssen wir ihnen ein neues Zuhause suchen, obwohl vielleicht irgendwo ein anderer Mensch um sie weint. 

Geben Sie Ihrem Tier doch die Chance zu Ihnen zurückzukehren. Lassen Sie es kostenlos registrieren.

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